Neuordnung / Neue Berufe

Ein Wesensmerkmal des deutschen Arbeitsmarktes und der Arbeitsbeziehungen ist das Berufsprinzip mit der dualen Berufsausbildung. In Deutschland gibt es derzeit 328 anerkannte Ausbildungsberufe nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. der Handwerksordnung (HwO). Dazu kommen noch die Gesundheits-, Pflege- und Erziehungsberufe, deren Qualifikationswege anders geregelt sind.

Die Gewerkschaften gehören neben Arbeitgeberverbänden und der Bundesregierung zu den maßgeblichen Akteuren, die das berufliche Lernen gestalten und überwachen.

Arbeitsbedingungen und Anforderungen an Beschäftigte sind ständigen Veränderungen unterworfen. Damit bestehende Berufe zukunftsfähig bleiben oder für neue Tätigkeitsfelder passende Berufe entstehen, müssen bestehende Ausbildungsordnungen angepasst oder neue entwickelt werden. Die rechtlichen Grundlagen für den Erlass von Ausbildungsordnungen bilden § 4 BBiG und § 25 HwO. Hier ist geregelt, dass das für einen Beruf zuständige Fachministerium im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung Ausbildungsberufe staatlich anerkennen, die Anerkennung aufheben und für Ausbildungsberufe Ausbildungsordnungen erlassen kann.

Bevor Ausbildungsordnungen jedoch erlassen werden können, müssen sie erarbeitet werden. Hieran sind Sachverständige der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber, Vertreter der Ministerien und die Projektleiter des Bundesinstituts für Berufsbildung beteiligt.

Grundsätzlich erlässt die Bundesregierung keine Ausbildungsordnungen, denen die Sozialpartner nicht zugestimmt haben. Das hier praktizierte Konsensprinzip garantiert, dass Ausbildungsordnungen in der Ausbildungspraxis akzeptiert werden und die geschlossenen Kompromisse tragfähig sind.

ver.di Kampagnen