Allgemeine Bildung

Welche bildungspolitischen Positionen hat die AfD?

Welche bildungspolitischen Positionen hat die AfD?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auf ihrem Bundesparteitag im Frühjahr 2016 hat die Alternative für Deutschland (AfD) ein Grundsatzprogramm beschlossen. Es ist in Gänze wie in einigen Teilen, z.B. zur Wirtschafts- und Sozialpolitik, bereits kritisiert worden.

Bisher  blieb aber weitgehend unbeachtet, was die AfD zur Bildungspolitik fordert. Deswegen setzt sich der Wissenschaftliche Beraterkreis von ver.di und IG Metall mit den zentralen bildungspolitischen Forderungen der AfD auseinander, die im Grundsatzprogram formuliert und im Wahlprogramm vor wenigen Wochen bestätigt werden.

Die zentralen Forderungen werden im „ARGUMENTE“-Papier herausgearbeitet, bewertet und auf die hinter ihnen liegenden sozialen und gesellschaftlichen Problemlagen analysiert. Es wird gefragt, welche Themen angesprochen werden und welche nicht. Es wird gefragt, in welchem Interesse die Forderungen sind, wem sie nutzen und wem nicht. Und es werden die angebotenen Lösungen diskutiert.

Alles in allem kann man sagen: Die bildungspolitischen  Vorstellungen der AfD sind rückwärtsgewandt. Die AfD hat keine Vorstellung davon, welche Möglichkeiten Bildungspolitik zur sozialen Gestaltung der aktuellen, sozialen, politischen und technologischen Herausforderungen  hat. Vorschläge für mehr Bildungsgerechtigkeit fehlen, sie sind im Gegenteil dazu angetan, die Ungleichheit der Bildungschancen weiter zu verschärfen. Die Forderungen würden, wenn  sie politisch umgesetzt würden, keinen Beitrag zur Verbesserung der Bildungschancen der Arbeitnehmer/innen und der sozial Schwachen in dieser Gesellschaft leisten.

Wer ist der wissenschaftliche Beraterkreis?
Im Wissenschaftlichen Beraterkreis  von ver.di und IG  Metall sind zurzeit 19 namhafte Expertinnen und Experten aus der Berufs- und Weiterbildungsforschung, aus der Arbeitsmarktforschung sowie den Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften vertreten. Die Bildungsbereiche von ver.di (Ressort 11) und IG Metall übernehmen seit 2004 zusammen die Leitung und Koordination.

Unter dem Titel „BerufsBildungsPerspektiven“ (BBP) veröffentlicht der  Beraterkreis regelmäßig Memoranden  zu aktuellen  und grundsätzlichen  berufs- und weiterbildungspolitischen  Fragestellungen, zuletzt das  Memorandum „Gute Arbeit braucht gute Weiterbildung“ 2017.

Mit dem ersten Exemplar der „Argumente“-Reihe wird ein neues Format vorgestellt, das aktuelle Kontroversen aufgreifen, ihre Begründungszusammenhänge nachzeichnen und Positionen bewerten soll. Ziel sind Beiträge zur aktuellen Debatte. BBP und  Argumente  wenden sich an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in den Gewerkschaften, in Verbänden und in der Politik.