Dokumentationen

Bildungspolitische Fachkonferenz

Bildungspolitische Fachkonferenz

BF2014 01 ver.di BF2014 01

Moderne Beruflichkeit – Herausforderungen für betriebliche Interessenvertretungen

30. Juni 2014 – Berlin

Bildung und berufliche Bildung sind zentrale Politikfelder der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft. Gute Bildung und Ausbildung prägen entscheidend die Lebens und Berufsperspektiven. Deshalb engagieren wir uns im Interesse unserer Mitglieder und ihrer Kinder für ein modernes Bildungssystem, das allen Menschen Teilhabe an unserer Gesellschaft ermöglicht. 

In unserer bildungspolitischen Konferenzreihe werden aktuelle Bildungsthemen aufgegriffen und bearbeitet. Sie dienen der Beteiligung von Interessierten aus Betrieben, Aus- und Weiterbildungsverantwortlichen, Interessenvertreterinnen und – vertretern sowie Fachleuten, die in ver.di ein Forum bekommen, um sich auszutauschen und zu vernetzen.

Das duale System lebt vom gemeinsamen Engagement; 135 Interessierte sind unserer Einladung gefolgt und haben kritisch und konstruktiv über die zentralen Herausforderungen der beruflichen Bildung diskutiert. Die Ergebnisse werden weiter bearbeitet und umgesetzt. So können wir nachhaltig Einfluss nehmen auf die Gestaltung der Bildungslandschaft. Den begonnenen Dialog mit allen Beteiligten möchten wir fortführen.

Eröffnung der Konferenz und Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Petra Gerstenkorn, Mitglied des Bundesvorstandes

BF2014 02 ver.di BF2014 02

Vortrag von Prof. Dr. Peter Faulstich, Universität Hamburg, Lehrstuhl für Erwachsenenbildung

Ein gemeinsames Leitbild dualer, schulischer und hochschulischer beruflicher Bildung

Konvergenzstrategie zu einer gemeinsamen Weiterentwicklung betrieblicher, schulischer und hochschulischer Berufsbildung

  1. „Erweiterte Beruflichkeit“ gegen „Employability“.
  2. Tendenzen im Ausbildungssystem und im Hochschulsektor.
  3. Integration allgemeiner und beruflicher Bildung.
  4. Ein dreifaches Schisma zu beseitigen!
  5. Gemeinsame Perspektiven dual, schulisch und hochschulisch organisierter Lernwege.
BF2014 03 ver.di BF2014 03

Vortrag von Prof. Dr. Gerhard Bosch,
Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen

Zukunftsfähigkeit der Beruflichkeit

  1. Gleiche Technik - Unterschiedliche Ausbildung
  2. Idealtypus beruflicher Arbeitsmärkte und Rolle der Sozialpartner
  3. Wachsender Fachkräfteeinsatz in DE
  4. Berufsbildung, Wettbewerbsfähigkeit, Innovation
  5. Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt
  6. Brauchen wir mehr Akademiker?

Nach einer Diskussion und Aussprache zu den Vorträgen wurde in den Workshops weiter gearbeitet.

Die Moderatorinnen und Moderatoren stellen die Themen ihrer Workshops vor.

BF2014 04 ver.di BF2014 04
BF2014 05 ver.di BF2014 05

Workshop I: Akademisierung der Arbeitswelt

Input: Prof. Dr. Uwe Elsholz, Fernuniversität Hagen, Lehrgebiet Lebenslanges Lernen

Akademisierung der Arbeitswelt

  • Daten und Tendenzen

  • Positive Lesarten und Folgen

  • Schattenseiten und Gefahren der Akademisierung

  • Schlussfolgerungen und offenen Fragen

Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse Workshop I:

Prof. Dr. Uwe Elsholz  stellt in seinem Einführungsreferat „Akademisierung der Arbeitswelt“ dar, dass es bei der Diskussion um die Akademisierung nicht darum geht, ob diese Realität oder Diskurs sei, sondern dass Akademisierung ein reales Phänomen sei, das sowohl Chancen wie auch Risiken beinhalte.

In der anschließenden Diskussion wurde der Begriff Akademisierung thematisiert. Häufig erfolge eine Verkürzung auf eine institutionelle Dimension, d.h. eine Betrachtung von Veränderungen zwischen den Bildungssträngen Hochschulbildung und beruflich-betrieblicher Bildung.  Es ist jedoch auch die Dimension, die auf Wissensformen abstellt, in den Blick zu nehmen. Die Wissensintensivierung in den Ausbildungsberufen  müsse auch als ein Aspekt der Akademisierung betrachtet werden.

Einvernehmen bestand darin, dass die duale Berufsausbildung wieder eine höhere Wertigkeit bekommen müsse. Dies betrifft einerseits die gesellschaftliche Anerkennung, andererseits die finanzielle Ebene, hier sind insbesondere die Tarifparteien aufgefordert zu handeln.

Festzuhalten ist, dass eine Annäherung oder Auflösung der beiden Bildungsbereiche Hochschule und beruflich-betriebliche Ausbildung durch die Schaffung von Anerkennungsverfahren nicht ausreicht. Vielmehr muss eine Annäherung der Bereiche früher ansetzen, mindestens im Sekundarbereich, besser noch in der frühkindlichen Bildung.
Die betriebliche Ebene sollte stärker einbezogen und Erfahrungen gesammelt werden, wie mit den konkreten Änderungen – die Akademisierung der Arbeitswelt betreffend - vor Ort umgegangen werden kann. Dies sei eine Aufgabe der Gewerkschaften.

BF2014 06 ver.di BF2014 06

Workshop II: Anerkennung von Weiterbildungsleistungen der Beschäftigten

Input: Prof. Dr. Peter Dehnbostel, Deutsche Universität für Weiterbildung  
Anerkennung von Weiterbildungsleistungen der Beschäftigten

  1. Grundlagen und Rahmung
  2. Konzepte und Instrumente
  3. EU und DGB zur Anerkennung/ Validierung

Zusammenfassung der Ergebnisse Workshop II:

Angeregt durch die Einführungen von Prof. Peter Dehnbostel berichteten  die Workshop-Teilnehmer von ihrer Situation im Betrieb. Deutlich wurde, dass die Weiterbildung der Beschäftigten - um die sie sich meist selbst kümmern und diese auch selbst finanzieren - von einigen Unternehmen gern angenommen wird, diese sich jedoch nicht in der Entlohnung widerspiegele.

Berichtet wurde auch, dass Lehrgänge in den Unternehmen, die ohne Zweifel der Weiterbildung der Beschäftigten dienten, nicht validiert oder zertifiziert werden. Bei einem Wechsel des Unternehmens oder dem Bemühen um einen anderen internen  Arbeitsplatz findet diese Weiterbildungsleistung keine Anerkennung. Diskutiert wurde auch, ob es Möglichkeiten gebe, die langjährige Arbeit als Betriebs- oder Personalrat zu validieren sowie einen Wissenstransfer an nachfolgende Interessenvertreter zu organisieren.

Validierung und Zertifizierung von Weiterbildungsleistungen ist ein wichtiges Thema für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen.  In dem Workshop wurde angeregt, dass ver.di zunächst sichten solle,  welche Formen der Validierung es bereits gibt. In einem weiteren Schritt käme es darauf an,  die Validierung von Weiterbildungsleistungen nicht einer „Validierungsindustrie“ zu überlassen, sondern dieses Thema in die öffentliche Hand zu geben sowie eine Beteiligung der Gewerkschaften zu organisieren. Nur so könnten Standards  und Beruflichkeit gesichert werden.

Zum Schluss des Workshops wurde eine alte, aber noch immer wichtige Forderung an die Gewerkschaften gestellt, die professionelle Weiterbildungsberatung vor allem auch für Beschäftigte aus kleinen und mittelständischen Unternehmen zu organisieren.

BF2014 07 ver.di BF2014 07

Workshop III: Wie gelingt die Integration von Benachteiligten in die Beruflichkeit?
Input: Norbert Wichmann, DGB

Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule Beruf
Vorstellung des neuen Übergangssystems in NRW

Zusammenfassung der Ergebnisse Workshop III

Nachdem im Rahmen der letzten bildungspolitischen Fachkonferenz  der Umbau des Übergangssystems und die Integration von jungen Menschen mit Benachteiligungen in das System der Berufsausbildung eine wesentliche Rolle gespielt hatte, wurden in  diesem Workshop die in der Zwischenzeit vollzogenen Veränderungen präsentiert und diskutiert.

In der Vergangenheit wurde insbesondere der Umbau des Schul- und Übergangssystems im Stadtstadt Hamburg vorgestellt und bewertet; dieser aktuelle Workshop befasste sich intensiv mit den Veränderungen und Neuerungen im Flächenstaat Nordrhein-Westfalen.

In seinem umfassenden Einführungsvortrag berichtete Norbert Wichmann, DGB Nordrhein-Westfalen, ausführlich über aktuelle Entwicklungen, über die Bemühungen der Landesregierung, neue Wege für benachteiligte Jugendlich zu eröffnen, aber auch über  die erheblichen Umsetzungsprobleme.

Festzustellen bleibt, dass die eingesetzten finanziellen Mittel bei weitem nicht ausreichen, um die Nachfrage nach anerkannter Berufsausbildung abzudecken. Zum einen reichen die angebotenen betrieblichen Ausbildungsplätze nicht aus, zum anderen ist die Zahl der schulischen oder außerbetrieblichen Ausbildungsplätze zu gering, um die fehlenden betrieblichen Ausbildungsplätze kompensieren zu können.

Obwohl die Landesregierung erklärt, dass alle Jugendlichen, die eine berufliche Ausbildung absolvieren möchten, ein entsprechendes Angebot erhalten sollen, ist nicht erkennbar, wie diese „Ausbildungsplatzgarantie“ umgesetzt werden kann.

Ein entscheidendes Kriterium für den Umbau des Schul- und Übergangssystems, nämlich die Erfassung des Verbleibs der Schulabsolventen nach der Schulentlassung, wird in Nordrhein-Westfalen nicht umgesetzt. Dies sei in einem Flächenstaat  wie NRW nicht möglich. An dieser Stelle werden die unterschiedlichen Voraussetzungen in Flächenstaaten und Stadtstaaten deutlich. In Hamburg ist die systematische Erfassung der Daten von Schulabsolventen zwingende Voraussetzung zur flächendeckenden Betreuung der jungen Menschen.

Einig sind sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen dieses Workshops darüber, dass die Gewerkschaften diese Veränderungsprozesse konstruktiv begleiten müssen.

BF2014 08 ver.di BF2014 08

Workshop IV: Duales Studium – Herausforderung für die betriebliche Interessenvertretung

Input: Dr. Sirikit Krone, Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen
Duales Studium – eine Herausforderung für die betriebliche Interessenvertretung

  1. Strukturdaten und Studienmodelle
  2. Vertragsstrukturen und Handlungsbedarf
BF2014 09 ver.di BF2014 09

Zusammenfassung der Ergebnisse Workshop IV

Ziel des Workshops war es, Erfolgsfaktoren für ein Duales Studium zu bestimmen und herauszufinden, was die Akteure im Lernort Betrieb zu dessen Gelingen beitragen können.

Im ersten Teil stellte Frau Dr. Sirikit Krone vom Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg Essen Strukturdaten und Studienmodelle vor und unterstrich die Besonderheiten des dualen Studiums: Es vereint bislang starr voneinander getrennte Teilbereiche des Bildungswesens, indem der betriebliche mit dem akademischen Ausbildungsgang verknüpft wird. Hierbei sind Netzwerkstrukturen und klare Zuständigkeiten von zentraler Bedeutung. Durch die inhaltliche und strukturelle Verzahnung werden bisherige Arbeitsteilungen und Zuständigkeiten zwischen der beruflichen und akademischen Ausbildung aufgebrochen und neu ausgerichtet, was auch die betriebliche Interessenvertretung herausfordert.

Da duale Studiengänge wie alle anderen Studiengänge akkreditiert werden müssen, erläuterte Detlef Stawarz vom Gewerkschaftlichen Gutachternetzwerk die Kriterien, nach denen duale Studiengänge akkreditiert werden.

Im zweiten Teil berichtete Frau Dr. Krone über Vertragsstrukturen zwischen dual Studierenden und der Hochschule bzw. dem Betrieb und über Konsequenzen, die sich aus dem ausbildungsintegrierten oder praxisorientierten Studienmodell für die Studierenden ergeben.

Da dual Studierende zur Berufsausbildung Beschäftigte und somit Arbeitnehmer/innen nach dem Betriebsverfassungsgesetz sind, können Betriebs- und Personalräte beim gesamten Prozess der Umsetzung dualer Studiengänge in die betriebliche Praxis mitwirken und mitbestimmen.

Eine im Juni 2014 durchgeführte ver.di Umfrage unter Betriebs- und Personalräten zum dualen Studium soll Hinweise liefern, wie die Arbeit der Interessenvertretung künftig unterstützt werden kann. Erste Ergebnisse dieser Umfrage wurden von Enno Litzkendorf vorgetragen. Sie verdeutlichen, dass die Belange dual Studierender erst ansatzweise auf der Tagesordnung der betrieblichen Interessenvertretung stehen.

Im Unterschied zur klassischen beruflichen Aus- und Weiterbildung ist auf Seiten der Betriebe/Unternehmen bzw. vergleichbarer Einrichtungen ein Zuwachs an Kompetenzen zu verzeichnen, der sich beispielsweise in der Auswahl der Studienbewerber/innen und der inhaltlichen und organisatorischen Abstimmung mit dem Lernort Hochschule äußert. Damit stehen Interessenvertretungen vor neuen Anforderungen bei der Planung und Durchführung der Praxisphasen eines dualen Studiums.

Im dritten Teil gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei Gruppen (Betriebsräte/Personalräte; Studierende; ver.di) der Frage nach, was die jeweiligen Akteure zum Gelingen eines dualen Studiums beitragen können oder sollen, man verständigte sich auf folgende Aspekte:

  • Das duale Studium als Regelungsthema stärker beachten
  • Mitgestaltende Kraft bei der Umsetzung sein
  • Qualitätsstandards entwickeln und sichern

  • Qualifizierung der Ausbilderinnen, der Betriebsräte und der Personalräte

BF2014 10 ver.di BF2014 10

Zum Abschluss der Konferenz fand ein Roundtable statt zu dem Thema „Perspektiven entwickeln und Verantwortung übernehmen“. Hier die Statements der Vertreter aus Betrieb, Gewerkschaft und Wissenschaft:

Die steigende Anzahl von dual Studierenden und dualen Studiengängen in fast allen Betrieben stellt Gewerkschaften und betriebliche Interessenvertretungen vor große Herausforderungen. Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg, das Thema Duales Studium zu fokussieren und haben in vielen Bereichen erste Erfolge erzielt. Jetzt muss es uns gelingen, von einer Stellvertreterpolitik weg zu kommen und auch dual Studierende selbst dazu zu bringen, sich für ihre Interessen aktiv einzusetzen.“
Oliver Hauser, Deutsche Telekom

Die Veränderungen des Verhältnisses der Zugänge zur dualen Berufsausbildung und des Studiums legen nahe, Akademisierung als reales Phänomen anzusehen. Es fehlt uns nicht an Zahlen, die diesen Befund bestätigen. Es fehlt uns aber an Wissen, wie die betrieblichen Interessenvertretungen hierauf reagieren. Daher werden wir im nächsten Jahr einen Workshop durchführen, in dem wir mit betrieblichen Interessenvertretern und Wissenschaftlern erarbeiten wollen, wie Akademisierung auf der betrieblichen Handlungsebene „durchschlägt“ und welche Konzepte eines erfolgreichen Umgangs möglich sind.“
Dr. Roman Jaich, ver.di

„ Wir müssen den Einstieg in eine Ausbildungsgarantie schaffen. Hierzu haben die Gewerkschaften in den Gesprächen zur „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ einen „Ausbildungspfad“ vorgeschlagen: Jeder junge Bewerber, der bei Bundesagentur für Arbeit einen Ausbildungsplatz sucht, bekommt in der folgenden Reihenfolge eines der folgenden fünf Angebote, damit er ohne Warteschleifen zu einem Berufsabschluss geführt wird:

  • Eine betriebliche Ausbildung: Hier sind insbesondere die möglichen Allianzpartner gefragt, um ausreichend Ausbildungsplätze zu werben. Die Werbung soll verknüpft werden mit dem regionalen Fachkräftemonitoring.
  • Assistierte Ausbildung: Um gerade KMUs für die Ausbildung zu gewinnen, soll das Modell der assistierten Ausbildung eingesetzt und bundesweit ausgebaut werden. Dabei wird Betrieben und Jugendlichen ein Bildungsträger zur Seite gestellt. Er soll die Jugendlichen bei Problemen in der Ausbildung unterstützen.
  •  EQ/EQ Plus: Dieses Instrument kann eine Brücke in Ausbildung sein. Geklärt werden muss noch, welche Zielgruppe EQ/EQ Plus angeboten bekommen soll und wie die Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis verbindlich sichergestellt wird.
  • Außerbetriebliche Ausbildung mit Übergang in Betrieb: Hier wird das erste Ausbildungsjahr außerbetrieblich durchgeführt. Danach übernimmt ein Betrieb den Jugendlichen verbindlich per Ausbildungsvertrag im zweiten Ausbildungsjahr. (siehe auch kooperative BAE).
  • Außerbetriebliche Ausbildung mit Abschluss: Der Jugendliche macht eine Ausbildung bei einem Träger, es wird während der gesamten Ausbildungszeit ein Übergang in betriebliche Ausbildung angestrebt. Gelingt dies nicht, schließt die außerbetriebliche Ausbildung mit einer Kammerprüfung ab (siehe auch integrierte BAE)“.
    Thomas Gießler, DGB

In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen steigt der Anteil der geringer qualifizierten Beschäftigten. Gleichzeitig wächst die Gruppe der akademisch qualifizierten Beschäftigten in den nichtärztlichen Gesundheitsberufen, ohne dass es hierfür adäquate Arbeitsplätze bzw. anerkannte Aufgabenprofile gibt. Im Sinne der erweiterten Beruflichkeit sollte ver.di zum einen die Anerkennung bzw. Validierung informell erworbener Kompetenzen fordern und fördern, um damit auch Zugänge zu formellen Qualifikationen zu ermöglichen. Zum anderen muss verhindert werden, dass die nicht akademisch qualifizierten Beschäftigten in den Pflege- und Gesundheitsberufen durch die zunehmende Arbeitsteilung dequalifiziert werden. Sinnvoll wären z. B. betriebliche Initiativen für eine Arbeitsorganisation und Personalentwicklung, die den Qualifikationsmix patienten- und beschäftigtenorientiert gestaltet. Hierzu könnte das Förderprogramm der neuen Sozialpartnerrichtlinie von ver.di und die betriebliche Interessenvertretung genutzt werden, um entsprechend wegweisende und innovative Projekte auf den Weg zu bringen“.
Wolfram Gießler, Bildungsinstitut im Gesundheitswesen Essen

Der Einbeziehung und Anerkennung von Weiterbildungsleistungen der Beschäftigten kommt zukünftig eine Schlüsselstellung in beruflichen Entwicklungs- und Aufstiegswegen zu. Durchlässigkeit und Chancengleichheit werden hier für die immer wichtiger werdende Weiterbildung auf den Punkt gebracht. Kompetenzfeststellungs- und Anrechnungsverfahren sind arbeitnehmerorientiert auszurichten und in öffentlicher Verantwortung zu regeln und durchzuführen“.
Prof. Dr. Peter Dehnbostel, Deutsche Universität für Weiterbildung