Berufsbildungspolitik

Neuer Ausbildungsberuf "Kaufmann*frau für Büromanagement"

Neuer Ausbildungsberuf "Kaufmann*frau für Büromanagement"

Seit dem 1. August 2014 wird bundesweit im neuen Beruf "Kaufmann*frau für Büromanagement" ausgebildet, der die drei bisherigen Ausbildungsberufe "Bürokaufmann*frau", "Kaufmann*frau für Bürokommunikation" und "Fachangestellte*r für Bürokommunikation" ersetzt hat.

Die Ausbildung befähigt zur Ausübung einer qualifizierten kaufmännischen Berufstätigkeit, die an den Geschäfts- und Verwaltungsprozessen ausgerichtet wird. Mit zehn Wahlqualifikationen, von denen zwei für die Ausbildung gewählt werden müssen, ist eine Flexibilität gegeben, die den Beruf für Industrie, Handwerk, Dienstleistungsbetrieb, die öffentliche Verwaltung und alle anderen Büros interessant macht.

Ausbildung, Beruf, Büromanagement, Sekretariat, Öffentlicher Dienst iStock.com/sturti Kaufmann*frau für Büromanagement

Da es im kaufmännischen Bereich noch keine evaluierten Ausbildungsordnungen mit gestreckter Abschlussprüfung gibt, wurde die gestreckte Abschlussprüfung zunächst bis 2020 als Erprobungsverordnung erlassen. Mit dem Teil I der Prüfung werden künftig 25 % der Gesamtprüfung bereits nach 18 Monaten Ausbildung abgelegt.

Die Prüfung für die Wahlqualifikationen erfolgt als fallbezogenes Fachgespräch. Die Grundlage für das Fachgespräch kann optional gewählt werden. Die erste Variante ist eine im Betrieb vom Prüfling durchgeführte Fachaufgabe in jeder Wahlqualifikation, die dem Prüfungsausschuss in Form je eines Reportes im Vorfeld zur Kenntnis gegeben wird und die zur Grundlage des Fachgesprächs wird. Welche Fachaufgabe Gegenstand der Prüfung ist, wählt der Prüfungsausschuss. Sollte es Betriebe geben, in denen es nicht möglich ist, eine solche Fachaufgabe zu finden, kann auf die zweite Variante ausgewichen werden, in der der Prüfungsausschuss zwei Fachaufgaben aus einer Wahlqualifikation stellt, von denen sich der Prüfling eine zum Gegenstand des Fachgesprächs wählt.

Von 2016 bis 2019 fand die Evaluierung der bestehenden Erprobungsverordnung zur gestreckten Abschlussprüfung statt. Das Ergebnis konstatierte bei der Mehrheit der Befragten, dass die gestreckte Abschlussprüfung, aber auch die bestehende Ausbildungsordnung, sich bewährt hat. Bis zum Erlass einer neuen Ausbildungsordnung, die die trotz vorhandenen Empfehlungen des Abschlussberichtes in Dauerrecht überführen sollen, wurde die Erprobungsverordnung erneut verlängert.