Berufsbildungspolitik

Neuer Fortbildungsberuf im Bereich der Wirtschaftsprüfung

Neuer Fortbildungsberuf im Bereich der Wirtschaftsprüfung

Auch in der Wirtschaftsprüfung ist ver.di aktiv und vertritt dort die Interessen ihrer Mitglieder.

Dem seitens der Wirtschaftsprüferkammer konstatierten Fachkräftebedarf für ihre Branche soll mit der Etablierung eines Fortbildungsberufes im Bereich der Wirtschaftsprüfung entgegengewirkt werden. ver.di hat sich intensiv mit deren Vorstellungen auseinandergesetzt und den Weg beschritten, diesen Fortbildungsberuf mitzugestalten.

Grundsätzlich werden Berufe im Konsens erarbeitet und durch die Bundesregierung erlassen. Da jedoch keine belastbaren Zahlen vorlagen, die eine bundeseinheitliche Rechtsverordnung nach § 53 BBiG rechtfertigten, musste bei der Wirtschaftsprüferkammer (als zuständiger Stelle nach Berufsbildungsgesetz) ein Berufsbildungsausschuss gegründet werden. Die Konstituierung des Berufsbildungsausschusses erfolgte am 8. Januar 2019 in Berlin. Dessen Aufgabe bestand darin, die Anforderungen an einen solchen Fortbildungsberuf gemeinsam im Konsens zu formulieren.

Fortbildung, Beruf, Wirtschaftsprüfung iStock.com/NicoElNino Wirtschaftsprüfer*in

Nach mehreren Sitzungen konnten sich die drei im Berufsbildungsausschuss vertretenen Bänke (Arbeitnehmer*innen, Arbeitgeber*innen, Lehrkräfte) auf eine entsprechende Fortbildungsregelung verständigen, die am 11. November beschlossen und von der Wirtschaftsprüferkammer am 27. November erlassen wurde. Die ausstehende Genehmigung durch das zuständige Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erfolgte am 2. Dezember 2019.

Mit dem neuen Fortbildungsberuf steht den Beschäftigen in der Wirtschaftsprüfung sowie weiteren Interessierten eine öffentlich-rechtliche Qualifikation unterhalb des/der Wirtschaftsprüfer*in zur Verfügung.

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen sowie einem mündlichen Teil und wird in den Handlungsbereichen

  • gesetzliche und freiwillige handelsrechtliche Jahresabschlussprüfung sowie Prüfung des Lageberichts,
  • sonstige betriebliche Prüfungen (§§ 2 und 129 Wirtschaftsprüferordnung)
  • Berufsrechtliche Anforderungen in der wirtschaftlichen Praxis sowie
  • Kommunikation, Zusammenarbeit und Führung

durchgeführt.

Die erfolgreich abgelegte Prüfung führt zum Fortbildungsabschluss "Fachwirt*in Wirtschaftsprüfung (WPK)".

Aufgabe ist es nun, den Fortbildungsberuf in der Branche nachhaltig zu etablieren und ihn "mit Leben zu füllen". ver.di wird sich daran beteiligen!