Berufsbildungspolitik

Neugeordnete Ausbildung im Groß- und Außenhandel

Neugeordnete Ausbildung im Groß- und Außenhandel

Mit der Neuordnung der kaufmännischen Berufsausbildung im Groß- und Außenhandel stehen Veränderungen an. Die modernisierte Berufsausbildung tritt zum 1. August 2020 in Kraft. Das Berufsbild wurde zuletzt 2006 reformiert. Seitdem haben sich die Anforderungen an die Mitarbeiter*innen im Groß- und Außenhandel weiterentwickelt. Unter anderem werden mit der fortschreitenden Digitalisierung und der wachsenden Bedeutung des E-Commerce neue Kompetenzen in der Arbeitswelt benötigt. Diese veränderten Anforderungen wurden nun auch in der Ausbildungsordnung berücksichtigt.

Ausbildung, Beruf, Großhandel, Außenhandel iStock.com/olm26250 Kaufmann*frau für Groß- und Außenhandelsmanagement

Um der stärkeren Prozessorientierung und der wachsenden Bedeutung des Projektmanagements Rechnung zu tragen, wurde die Berufsbezeichnung in "Kaufmann*frau für Groß- und Außenhandelsmanagement" geändert. Damit soll zugleich auch die Attraktivität des Berufsbildes gesteigert werden. Bestehen bleiben die vorhandenen Fachrichtungen "Großhandel" und "Außenhandel".

Die veränderten bzw. neu eingeführten Berufsbildpositionen wurden handlungsorientiert formuliert. Im Einzelnen sind dies künftig:

fachrichtungsübergreifende Berufsbildpositionen

  • Warensortiment zusammenstellen und Dienstleistungen anbieten
  • Handelsspezifische Beschaffungslogistik planen und steuern
  • Einkauf von Waren und Dienstleistungen marktorientiert planen, organisieren und durchführen
  • Marketingmaßnahmen planen, durchführen, kontrollieren und steuern
  • Verkauf kundenorientiert planen und durchführen
  • Distribution planen und steuern
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle durchführen
  • Arbeitsorganisation projekt und teamorientiert planen und steuern

Berufsbildpositionen (Fachrichtung Großhandel)

  • Lagerlogistik planen, steuern und abwickeln
  • Warenbezogene Rückabwicklungsprozesse organisieren und durchführen

Berufsbildpositionen (Fachrichtung Außenhandel)

  • Außenhandelsgeschäfte abwickeln und Auslandsmärkte bedienen
  • Internationale Berufskompetenzen anwenden

fachrichtungsübergreifende, integrative Berufsbildpositionen

  • Berufsbildung sowie arbeits-, sozial- und tarifrechtliche Vorschriften
  • Bedeutung des Groß- und Außenhandels sowie Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
  • Umweltschutz
  • Kommunikation
  • Elektronische Geschäftsprozesse (E-Business)

Neu eingeführt wird die Gestreckte Abschlussprüfung, die die "klassische" Zwischen- und Abschlussprüfung ersetzt. Der sog. Teil 1 ersetzt die Zwischenprüfung und geht komplett in die Bewertung ein. Im Teil 2 beider Fachrichtungen ist ein fallbezogenes Fachgespräch zu einer betrieblichen Fachaufgabe vorgesehen.

Als Grundlage für das fallbezogene Fachgespräch kann zwischen zwei Varianten ausgewählt werden:

  1. Der Prüfungsausschuss stellt zwei praxisbezogene Aufgaben aus zwei unterschiedlichen Prüfungsgebieten dem Prüfling zur Wahl. Der Prüfling wählt eine Aufgabe aus und erhält eine vorbereitende Bearbeitungszeit von 15 Minuten.

  2. Der Prüfling fertigt über zwei eigenständig im Ausbildungsbetrieb bearbeitete praxisbezogene Fachaufgaben aus zwei unterschiedlichen Prüfungsgebieten zwei Reporte an. Der Prüfungsausschuss wählt einen dieser Reporte für das Fachgespräch aus.