Enquete-Kommission "Berufliche Bildung"

Enquete-Kommission konstituiert

Enquete-Kommission konstituiert

Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen hatten sich die Regierungsfraktionen darauf verständigt eine Enquete-Kommission "Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt" einzusetzen. Der Deutsche Bundestag hat diese am 28. Juni 2018 eingesetzt. Die konstituierende Sitzung fand am 27. September 2018 statt. Dem Gremium gehören in den kommenden zweieinhalb Jahren 19 Bundestagsabgeordnete und 19 externe Sachverständige, darunter auch Ute Kittel vom ver.di-Bundesvorstand und zuständig für Bildungspolitik, an. Ihren Abschlussbericht soll die Enquete-Kommission bis zum Sommer 2021 vorlegen.

Bildung, Weiterbildung, Digitalisierung Deutscher Bundestag/Achim Melde Enquete-Kommission "Berufliche Bildung"

Für die Gewerkschaften steht außerfrage, dass die Berufliche Bildung den Anforderungen der digitalen Arbeitswelt angepasst werden muss. Daher werden die Expertinnen und Experten der Beruflichen Bildung aus den Gewerkschaften die Positionen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entsprechend einbringen.

Untersuchungsgestand ist die Veränderung in der digitalen Arbeitswelt und deren Auswirkungen auf die Berufliche Bildung. Dabei soll die Kommission aufzeigen "wo und auf welche Weise die berufliche Aus- und Weiterbildung an die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt angepasst werden muss und inwieweit die Stärken des Systems dabei weiter ausgebaut und mögliche Zugangshürden abgebaut werden können. Aspekte wie die Sicherung des Fachkräftebedarfs, niedrigschwellige und diskriminierungsfreie Zugänge zu Bildungs- und Qualifizierungsangeboten sowie künftige Aufgaben unserer Gesellschaft, z. B. pflegerische, pädagogische und Sorgetätigkeiten, sind dabei besonders zu berücksichtigen. Die Enquete hat die Aufgabe, eine klare Strategie für die Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung und die Stärkung der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung in einem Zeitalter des digitalen Wandels von Berufsbildern und Erwerbsbiografien zu formulieren."

Für ver.di ist es wichtig zu klären, dass es ganz grundsätzlich keine Zugangshürden zum Dualen System gibt. Es sind individuelle Hürden, die aus schlechter schulischer Vorbildung, Benachteiligung aufgrund sozialer Lebenslagen oder auch genereller Hürden durch das Fehlen von Ausbildungsplätzen in der Nähe des Wohnortes entstehen. Wir sehen nicht, das niedrigschwellige Bildungs- und Qualifizierungsangebote das Problem lösen würden.

Die Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt muss, so wie in den Jahren zuvor auch schon, auf Veränderungen in der Arbeitswelt vorbereiten. Selbstständiges Lernen, Reflektion über das Gelernte, das Erschließen neuer Lernquellen, Arbeiten in interdisziplinären Teams, schnelle agile Arbeitsmethoden sind nur einige der Anforderungen, die mit der Digitalisierung gewachsen sind und die gelernt werden müssen. Der Umgang mit digitaler Technik ist der Teil der Berufsbildung, der ganz selbstverständlich im Rahmen der Erlangung beruflicher Handlungskompetenz vermittelt wird. Wichtig ist es, mit der durch die Digitalisierung erhobene Datenfülle und sensiblen, personenbezogenen Daten entsprechend verantwortungsvoll umgehen zu können.

Für die berufliche Qualifizierung gelten Qualitätsmaßstäbe, die im Geltungsbereich des Berufsbildungsgesetzes durch die gemeinsame Entwicklung der Berufsbilder durch die Sozialpartner festgeschrieben sind und von denen wir auch nicht abweichen sollten.

Junge Menschen, die Probleme haben einen Ausbildungsplatz zu bekommen, müssen unterstützt werden. Hier gibt es die "Assistierte Ausbildung" mit dem Betriebe und junge Menschen bei der Ausbildung die notwendige Hilfe erhalten.

Auch akademische Bildung ist, spätestens seit der Einführung des Bachelor-Abschlusses, berufliche Bildung. Auch hier wird für eine berufliche Tätigkeit qualifiziert. Berufliche Qualifizierung und Aufstiegsfortbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz und akademische Qualifizierungen rücken in Zeiten der Digitalisierung enger zusammen. Sie gemeinsam zu denken, Durchstiegsmöglichkeiten zu verbreitern und die Gleichwertigkeit dieser verschiedenen Bildungsgänge sichtbar zu machen, kann ein Aufgabenfeld der Enquete-Kommission sein.