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Austausch mit neugegründetem Verband Duales Hochschulstudium

Austausch mit neugegründetem Verband Duales Hochschulstudium

Das duale Studium verbindet als sog. hybrides Format den betrieblichen und den hochschulischen Ausbildungsweg miteinander. Dadurch werden traditionelle Zuständigkeiten und Arbeitsteilungen aufgebrochen und neu festgelegt. Im Unterschied zu beruflicher Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO), der eine bundeseinheitliche Ausbildungsordnung zugrunde liegt, die für alle Betriebe unabhängig von der Branche oder dem Bundesland gilt, sind Studienordnungen nicht bundeseinheitlich geregelt.

Mittlerweile als Bildungsformat fest etabliert sieht ver.di jedoch immer noch Handlungsbedarf. Der betriebliche Teil der beruflichen Bildung ist die Achillesferse dieses hybriden Bildungsangebots, insbesondere, aber nicht nur, in der Variante des praxisintegrierenden dualen Studiums. Hier ist derzeit in Sachen Qualitätssicherung keine Gleichwertigkeit vorhanden. Auch wenn hinsichtlich der Akkreditierung dualer Studiengänge Fortschritte erzielt wurden, bleiben Praxisanteile weitgehend im Belieben bzw. Zufall der Unternehmen. Die Qualität dieses Anteils des dualen Studiums ist damit zum Nachteil der Jugendlichen höchst unterschiedlich und nicht angemessen sichergestellt.

Vor diesem Hintergrund begrüßte ver.di das Gesprächsangebot des Verbandes Duales Hochschulstudium Deutschland e. V., der im Mai 2019 mit dem Ziel gegründet wurde, die empirische Bildungsforschung rund um das duale Studium zu fördern. Durch die Verbreitung von Forschungsergebnissen soll ein besseres Verständnis des dualen Studienmodells unterstützt und die Qualität dualer Studiengänge gestärkt werden.

Der Austausch zwischen ver.di, dem DGB, der IG Metall und der IG BAU sowie den Vertreter*innen des Verbandes fand am 16. Dezember statt. Ziel des Gespräches war ein erster Austausch zu grundlegenden Positionen. Von gewerkschaftlicher Seite wurde vor allem Handlungsbedarf bei der Gestaltung des betrieblichen Teils deutlich gemacht. Es wurde deutlich, dass von allen Seiten Interesse besteht, den Austausch fortzusetzen. ver.di begrüßt dies, um nichts unversucht zu lassen, Regelungslücken beim dualen Studium zu schließen.

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