Enquete-Kommission "Berufliche Bildung"

Enquete-Kommission: Modernisierung des Prüfungswesens

Enquete-Kommission: Modernisierung des Prüfungswesens

21. April 2020 - In einer weiteren öffentlichen Anhörung der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ des Deutschen Bundestages wurde am 20. April über Modernisierungsoptionen für ein Prüfungswesen der Zukunft diskutiert. In Zeiten von Corona wurde diese im Rahmen einer Videokonferenz durchgeführt.

Dazu hatte die Kommission die externe Sachverständige Katja Caspari vom Bundesverband Deutscher Berufsausbilder e. V. (BDBA) eingeladen, die ihre Kritikpunkte an der bestehenden Form der Abschlussprüfungen in der dualen Berufsausbildung darlegte, eine stärkere Wertschätzung und Unterstützung der Prüfer*innen forderte, sich vor allem aber auch gegen „Multiple Choice“-Prüfungen als ungeeignetes Mittel der Kompetenzfeststellung aussprach.

Ergänzend zu diesem Eingangsstatement stellten sachverständige Mitglieder der Enquete-Kommission die Positionen zur Modernisierung der Prüfung aus Sicht der Berufsschulen, der Kammern und der Arbeitgeberverbände dar.

Für die Gewerkschaften stellte Uta Kupfer, Bereichsleiterin Bildungspolitik, von ver.di deren Positionen zur Modernisierung der Abschlussprüfungen vor. So sprechen sich die Gewerkschaften für die Weiterentwicklung der Prüfungen aus und laden alle Akteur*innen der beruflichen Bildung ein, sich an diesem Diskussionsprozess zu beteiligen. Berufliche Handlungskompetenz lässt sich, nach Auffassung der Gewerkschaften, gegenwärtig nur mangelhaft mit den schriftlichen Abschlussprüfungen und nur in einigen Fällen mit den mündlichen Prüfungen feststellen.

Ziel sei es daher, die Abschlussprüfung zu einer dualen Kompetenzprüfung weiterzuentwickeln, Doppelprüfungen zu vermeiden und die Berufsschulen stärker als bisher in das Prüfgeschehen einzubeziehen.